Sicherheitscheck nach Herbst- und Winterstürmen
PV-Anlage nach Sturm prüfen: Checkliste für Herbst und Winter

Datum
05.11.2026
Autor
DER SOLARWART
November im Ruhrgebiet: Die Tage sind kurz, der Wind pfeift über die Dächer von Herne und Bochum, und die ersten kräftigen Herbststürme ziehen durch. Für deine Photovoltaikanlage ist das eine echte Belastungsprobe. Module, Unterkonstruktion und Kabel sind zwar für Wind ausgelegt, doch Böen, herumfliegende Äste oder gelöste Dachziegel können Schäden verursachen, die man nicht sofort sieht. Deshalb lohnt es sich, die PV-Anlage nach einem Sturm zu prüfen, und zwar systematisch und vor allem sicher. In diesem Ratgeber erfährst du, was du selbst vom Boden aus kontrollieren kannst, welche Warnzeichen ernst zu nehmen sind und wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte.
Warum Stürme deiner PV-Anlage zusetzen können
Eine Photovoltaikanlage ist Wind und Wetter rund um die Uhr ausgesetzt. Bei starken Böen wirken Sog- und Druckkräfte auf die Module, die über die Klemmen und Schienen in die Unterkonstruktion und das Dach geleitet werden. Im Normalfall hält das problemlos. Kritisch wird es, wenn Vorschäden vorhanden sind oder zusätzliche Einflüsse dazukommen:
Lose oder ermüdete Modulklemmen, die sich über die Jahre durch Temperaturwechsel gelockert haben
Herabfallende Äste oder Gegenstände, die auf das Modulglas treffen
Verschobene Dachziegel rund um die Dachhaken, durch die Feuchtigkeit eindringen kann
Scheuernde Kabel, die sich im Wind bewegen und deren Isolierung beschädigt wird
Mikrorisse in den Solarzellen, die durch starke Verwindung entstehen können und mit bloßem Auge kaum sichtbar sind
Gerade Mikrorisse und beschädigte Leitungen sind tückisch: Die Anlage läuft scheinbar weiter, verliert aber nach und nach Leistung oder entwickelt im schlimmsten Fall ein Sicherheitsrisiko.
PV-Anlage nach Sturm prüfen: Deine Checkliste vom Boden aus
Das Wichtigste vorweg: Steig bitte nicht selbst aufs Dach. Nach einem Sturm können Ziegel lose sein, Flächen sind im Herbst oft nass und rutschig, und an beschädigten Modulen kann gefährliche Gleichspannung anliegen. Vieles lässt sich aber gut vom Boden, aus dem Fenster oder mit einem Fernglas erkennen:
Sichtkontrolle der Module: Sind alle Module an ihrem Platz? Erkennst du Sprünge im Glas, verbogene Rahmen oder Module, die schief sitzen?
Fremdkörper auf dem Dach: Liegen Äste, Laubpakete oder andere Gegenstände auf den Modulen oder zwischen Modulreihen?
Dachfläche rund um die Anlage: Fehlen Ziegel, sind welche verrutscht oder liegen Bruchstücke im Garten oder in der Dachrinne?
Kabel und Leitungen: Hängen irgendwo Kabel lose herunter oder sind Leitungen sichtbar beschädigt?
Wechselrichter: Zeigt das Display oder die LED eine Fehlermeldung? Läuft das Gerät normal oder ist es auffällig still?
Ertragsdaten: Vergleiche die Erträge der Tage nach dem Sturm mit ähnlichen Tagen davor. Ein plötzlicher Einbruch bei vergleichbarem Wetter ist ein Warnsignal.
Dokumentation: Mach Fotos von allem, was dir auffällt, am besten mit Datum. Das hilft später bei der Klärung mit deiner Versicherung.
Warnzeichen, bei denen du sofort handeln solltest
Manche Auffälligkeiten dulden keinen Aufschub. Wenn du eines der folgenden Anzeichen bemerkst, solltest du die Anlage nicht mehr berühren und zeitnah einen Fachbetrieb informieren:
Gebrochenes Modulglas oder sichtbar beschädigte Module
Lose, herabhängende oder durchgescheuerte Kabel
Brandgeruch, Schmorspuren oder Verfärbungen an Modulen, Steckern oder am Wechselrichter
Wiederkehrende Fehlermeldungen am Wechselrichter, zum Beispiel zu Isolationsfehlern
Gelöste Module oder Schienen, die sich im Wind bewegen
Wichtig zu wissen: Solange Licht auf die Module fällt, erzeugen sie Strom. Das Abschalten des Wechselrichters macht die Leitungen zwischen Modulen und Wechselrichter deshalb nicht spannungsfrei. Fass beschädigte Teile also auf keinen Fall an.
Was ein Fachbetrieb nach dem Sturm prüft
Vom Boden aus lässt sich vieles erkennen, aber längst nicht alles. Bei einer fachgerechten Prüfung schaut ein Elektrofachbetrieb genauer hin. Typische Prüfpunkte sind:
Sichtprüfung vor Ort von Modulen, Rahmen, Klemmen, Unterkonstruktion und Dachdurchführungen
Kontrolle der Verkabelung und der Steckverbindungen auf Beschädigungen und festen Sitz
Elektrische Messungen, etwa zur Isolation und zu den Strangwerten, um versteckte Fehler aufzuspüren
Prüfung des Überspannungsschutzes, der gerade bei Gewitterlagen eine wichtige Rolle spielt
Auswertung der Ertragsdaten und des Wechselrichters, um Leistungsverluste einzelnen Strängen zuzuordnen
Am Ende steht eine nachvollziehbare Dokumentation. Die ist nicht nur für deine eigene Sicherheit wertvoll, sondern kann auch bei der Abwicklung eines Versicherungsfalls hilfreich sein. Welche Nachweise deine Versicherung konkret verlangt, steht in deinen Vertragsbedingungen. Ein kurzer Blick hinein lohnt sich.
Vorbeugen statt reparieren: Monitoring und regelmäßige Wartung
Der beste Schutz vor bösen Überraschungen ist eine Anlage, die regelmäßig gewartet und überwacht wird. Ein gutes Monitoring meldet Ertragseinbrüche oder Fehler oft schon, bevor du selbst etwas bemerkst. Gerade im Winter, wenn die Erträge ohnehin niedriger sind, fallen Ausfälle sonst leicht unter den Tisch.
Dazu kommen ein paar einfache Gewohnheiten:
Bäume in Dachnähe regelmäßig zurückschneiden lassen, damit keine Äste auf die Module fallen
Wartungsintervalle einhalten, damit lose Klemmen oder Kabel rechtzeitig auffallen
Dachrinnen und Modulränder von Laub befreien lassen, damit Wasser gut ablaufen kann
Saubere Module im Frühjahr: Nach Herbst und Winter haben sich Laubreste, Staub und Ablagerungen angesammelt. Eine schonende Reinigung mit Osmosewasser und rotierenden Bürsten, ohne Chemie und ohne Kratzer, sorgt dafür, dass deine Anlage in die sonnenreiche Saison startet. Saubere Module können bis zu 30 % mehr Ertrag bringen.
Für Gewerbebetriebe, Hausverwaltungen und Betreiber größerer Anlagen gilt das umso mehr: Hier kann ein unentdeckter Fehler auf großen Dachflächen schnell wirtschaftlich spürbar werden. Ein fester Wartungsplan inklusive Kontrolle nach Unwettern schafft Planungssicherheit.
Häufige Fragen
Muss ich meine PV-Anlage nach jedem Sturm prüfen lassen?
Nicht zwingend nach jedem Windstoß. Eine eigene Sichtkontrolle vom Boden aus und ein Blick auf die Ertragsdaten sind nach jedem stärkeren Sturm sinnvoll. Siehst du Auffälligkeiten oder sinkt der Ertrag, solltest du einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Darf ich lose Äste selbst von den Modulen entfernen?
Nur wenn das gefahrlos vom Boden aus möglich ist und die Module unbeschädigt sind. Aufs Dach zu steigen ist gerade bei nassem Herbstwetter riskant. Bei beschädigten Modulen gilt: nicht berühren, Fachbetrieb rufen.
Erkenne ich Mikrorisse in den Modulen selbst?
Meist nicht. Mikrorisse sind mit bloßem Auge selten sichtbar und zeigen sich oft erst durch einen schleichenden Leistungsverlust. Hinweise liefern Monitoring und Ertragsvergleich, Gewissheit bringen fachgerechte Messungen.
Der letzte Sturm hat an deinem Dach gerüttelt oder du willst einfach auf Nummer sicher gehen? DER SOLARWART aus Herne, eine Marke der Elektro Horst Sprick GmbH und Meisterbetrieb seit 1968, prüft deine Photovoltaikanlage gründlich, sicher und mit Blick fürs Detail, in Herne, Bochum und im ganzen Ruhrgebiet. Frag jetzt ganz einfach über unsere Website einen Termin an. DER SOLARWART: Dein Zuhause für Solarenergie.


